SumUp ist eines der beliebtesten mobilen Kassensysteme für kleine Händler, Dienstleister und Marktstand-Betreiber in Deutschland. Die App ist einfach zu bedienen — aber der Weg von SumUp-Transaktionen zu einer DATEV-Buchung ist nicht immer offensichtlich. Diese Anleitung erklärt, wie Sie Ihre SumUp-Daten für DATEV aufbereiten.
Was ist SumUp?
SumUp ist ein POS-System (Point of Sale) für Kartenzahlungen. Anders als reine Online-Zahlungsanbieter wie Stripe oder PayPal ermöglicht SumUp die Annahme von Kredit- und Debitkartenzahlungen vor Ort — über ein kompaktes Kartenlesegerät, das mit dem Smartphone verbunden wird.
Typische SumUp-Nutzer:
- Einzelhändler und Boutiquen
- Gastronomiebetriebe und Cafés
- Marktstand-Betreiber
- Dienstleister (Friseure, Therapeuten etc.)
- Handwerker
Schritt 1: SumUp-Transaktionsexport
- Melden Sie sich beim SumUp Dashboard an (dashboard.sumup.com)
- Navigieren Sie zu Umsätze oder Transaktionen
- Wählen Sie den Zeitraum (empfohlen: vollständiger Monat)
- Klicken Sie auf Exportieren → CSV
- Laden Sie die Datei herunter
Alternativ in der SumUp App:
- Einstellungen → Transaktionsverlauf → Exportieren
Schritt 2: SumUp-Exportformat verstehen
Der SumUp-Export enthält typischerweise:
| Spalte | Inhalt |
|---|---|
| Date | Datum im Format DD/MM/YYYY |
| Time | Uhrzeit |
| Type | Zahlung, Rückerstattung etc. |
| Amount | Betrag mit Punkt (1250.50) |
| Currency | EUR |
| Payment type | Card, Cash etc. |
| Product summary | Artikelbezeichnung(en) |
| Transaction ID | Eindeutige ID |
Besonderheit: SumUp verwendet DD/MM/YYYY — also europäisches Datumsformat, aber mit Punkt als Dezimaltrennzeichen (US-Stil).
Schritt 3: Buchungskonten für SumUp
SumUp-Zahlungen sind typischerweise Bargeschäfte oder Kartenzahlungen:
Kartenzahlungen:
- Eingang: Konto 1210 (Bankkonto, wenn direkt ausgezahlt) oder Konto 1200
- SumUp-Gebühren: Konto 4970 (Bankgebühren)
Barzahlungen (falls über SumUp erfasst):
- Kasseneingang: Konto 1000 (Kasse)
Erlöse:
- 19% USt: Konto 8400
- 7% USt: Konto 8300
Schritt 4: SumUp zu DATEV konvertieren
SumUp CSV automatisch zu DATEV konvertieren →
SumUp-Gebühren korrekt buchen
SumUp erhebt eine Transaktionsgebühr von 1,69 % pro Kartenzahlung. Diese wird direkt vom Transaktionsbetrag abgezogen — Sie erhalten den Nettobetrag nach Gebühren.
Buchung:
- Bruttoumsatz: 100,00 € → Konto 8400 (19% USt)
- SumUp-Gebühr: 1,69 € → Konto 4970 (Bankgebühren)
- Nettobetrag auf Bankkonto: 98,31 €
GoBD-Anforderungen für POS-Systeme
Für Kassensysteme gelten besondere GoBD-Anforderungen:
- Alle Transaktionen müssen lückenlos aufgezeichnet sein
- Nachträgliche Änderungen sind nicht erlaubt
- Eine Kassensturzfähigkeit (täglicher Kassenabschluss) ist erforderlich
SumUp erfüllt grundlegende Anforderungen, ist aber kein vollständiges Kassensystem nach § 146a AO (TSE-Pflicht). Prüfen Sie mit Ihrem Steuerberater, ob Ihr SumUp-Setup GoBD-konform ist.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich SumUp-Daten täglich exportieren? Nein, monatlicher Export reicht. Für bessere Übersicht empfiehlt sich aber ein wöchentlicher Export.
Wie buche ich SumUp-Gebühren? Als Betriebsausgabe auf Konto 4970 (Bankgebühren). Die Gebühren erscheinen im Monatsabschluss von SumUp.
Braucht SumUp eine TSE (Technische Sicherheitseinrichtung)? Ab dem 1. Januar 2023 gilt die TSE-Pflicht für elektronische Kassensysteme. Prüfen Sie den aktuellen Status mit Ihrem Steuerberater, da SumUp als mobiles Kartenlesegerät anders bewertet werden kann.
Kann ich Barzahlungen in SumUp erfassen? Ja, SumUp ermöglicht auch die Erfassung von Barzahlungen. Diese müssen separat auf das Kassenkonto gebucht werden.